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Politik und Zeitgeschichte
Organisationen

Die G-77 auf einen Blick

     
G-77 Mitglieder
G-77 Logo

G-77
Group of 77 at the United Nations
Gruppe der 77 bei den Vereinten Nationen

Die Organisation wird oft auch (irreführend) als "G-77 and China" angesprochen (siehe unten).

Gründung

1967 in Algerien mit der "Erklärung von Algier“ gegründet. Die Gründung geht zurück auf die erste Welthandelskonferenz (UN-Conference on Trade and Development (UNCTAD) - Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung) im Jahr 1964.

Ziele

Die G-77 versteht sich als Sprachrohr der Entwicklungsländer innerhalb der Vereinten Nationen vor allem in entwicklungspolitischen Fragen. Ein Hauptziel ist die Verbesserung der Position der Entwicklungsländer auf dem Weltmarkt.

Mitglieder (131)

Zur Gründungszeit zählte die Gruppe 77 Mitglieder, heute gehören ihr 131 Mitglieder an. Dies sind 130 UN-Mitgliedstaaten sowie "Palästina". Der Name G-77 wurde aus historischen Gründen beibehalten.

Die Volksrepublik China begann ihre Kooperation mit der G-77 anlässlich der "UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung" im Jahr 1992, ist inzwischen aber Mitglied der G-77. Die immer noch häufig verwendete Terminologie "G-77 and China" geht auf die Anfangszeit der Kooperation zurück.

Auf eine Auflistung der Mitgliedstaaten wurde angesichts der großen Zahl verzichtet (bei Bedarf können Sie die Mitgliedschaft aus der Homepage der G-77 entnehmen - siehe Link weiter unten). Zudem werden zwei "Eselsbrücken" zur Mitgliedschaft weiter unten angeboten!

Strukturen

Die G-77 ist ein loser Zusammenschluss mit relativ schwacher Institutionalisierung. Ein jährlich stattfindendes Ministertreffen fasst Grundsatzbeschlüsse, die von einem Koordinierungsausschuss an regionale Untergruppen weitergeleitet werden.

In diesen Gremien sollen die Positionen und Forderungen der Entwicklungsländer koordiniert werden, um auf den Welthandelskonferenzen eine stärkere Verhandlungsposition zu erreichen.

Die G-77 verfasst gemeinsame Erklärungen zu entwicklungspolitischen und weltwirtschaftlichen Themen wie die "Charta der wirtschaftlichen Rechte der dritten Welt" und startet eigene handels- und wirtschaftspolitische Programme wie das "Global system of Trade Preferences Among Developing Countries".

In der UNO tritt die G-77 auch bei politischen Fragen in der Regel geschlossen auf, das heißt mit nur einem Sprecher.

Kommentar

Aus den ursprünglich 77 Gründungsstaaten ist nunmehr mit über zwei Drittel der UN-Mitglieder eine Art "Mini-UN des Südens" entstanden, die allerdings äußerst heterogen ist und letztlich nur durch das Ziel zusammengehalten wird, die eigene Position gegenüber dem "reichen Norden" zu stärken.

Die Mitgliederzahl dürfte sich demnächst weiter verändern, da mit dem kommenden Beitritt Rumäniens zur EU dessen Mitgliedschaft als "Entwicklungsland" in der G-77 kaum zu vereinbaren wäre - es sei denn, man wolle einen EU-europäischem Fuß in der Organisation behalten.

Zwei "einfache" Hinweise zur Mitgliedschaft der G-77:

G-77 Mitglieder sind:
  • alle Staaten Lateinamerikas und der Karibik
    (Ausnahme: Französisch Guyana)
  • alle Staaten Afrikas
    (Ausnahme: Westsahara)
  • alle Staaten Asiens
    (Ausnahme: Israel, Taiwan (kein Mitglied der UNO), Südkorea, Japan und alle GUS-Staaten mit Ausnahme Turkmenistans)
  • zwei europäische Staaten (Bosnien-Herzegowina und Rumänien)
  • "Palästina" (kein Mitglied der UNO)

KEINE G-77 Mitglieder sind:
62 der 192 UN-Mitgliedstaaten (wenn Sie jetzt auf nur 130 für die G-77 verbleibende Staaten kommen, vergessen Sie nicht "Palästina" als 131. Mitglied!)::
  • 52 OSZE-Staaten (von insgesamt 56)
    (die Ausnahmen sind: Bosnien-Herzegowina, Rumänien, Turkmenistan und die Vatikanstadt (kein Mitglied der UNO))
  • 10 Länder des "Südens" (Aufzählung von West nach Ost):
    Mexiko, Israel, Südkorea, Japan, Australien, Neuseeland und vier Inselstaaten Ozeaniens: Kiribati, Nauru, Palau und Tuvalu)

Weiterführende Verweise

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Stand: 11.02.2008