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Politik und Zeitgeschichte
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| Organisationen |
Die AU auf einen Blick |
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Gründung 2001/2002 als Internationale Organisation und Nachfolgerin der Organisation für Afrikanische Einheit (OAU). Details siehe weiter unten. Sitz Addis Abeba (Äthiopien) und damit in einem Staat, der als einer der ersten des afrikanischen Kontinents zum Völkerbund und dann als Gründungsmitglied zu den Vereinten Nationen gehörte. Mitglieder (54) Marokko ist wegen des Konflikts um die Demokratische Arabische Republik Sahara (DARS) - ugs. Westsahara - 1984 aus der Vorgängerorganisation OAU ausgetreten und kein Mitglied der AU. Die Westsahara ist Vollmitglied der AU, aber kein Mitglied der UN und kein allgemein anerkannter Staat (auch von den meisten AU-Mitgliedern nicht als Staat anerkannt). Entwicklungen
Ziele Die Mitgliedstaaten der AU wollen die massiven wirtschaftlichen, sozialen und gesundheitlichen (z.B. HIV) Probleme bekämpfen, die auf dem Kontinent herrschen. Konflikte sollen beendet werden, da diese das Haupthindernis für Entwicklung und Integration seien. Außerdem will man sich bei den Gläubigerländern für einen vollständigen Schuldenerlass einsetzen. Organe Die Charta der AU orientiert sich in weiten Teilen am Vorbild der EU-Verträge. Die Gründungsakte enthält unter anderem Erklärungen zur Achtung der Menschenrechte und zur Souveränität der Mitgliedsstaaten, aber auch eine Passage zum Eingreifen der Union in Mitgliedsstaaten unter bestimmten Voraussetzungen. Vorgesehen sind u.a.:
Hintergrundinformation zur Gründung der AU Die Afrikanische Union wurde offiziell im Juli 2001 auf der Gipfelkonferenz der Organisation der Afrikanischen Einheit (OAU) gegründet. Auf dieser Konferenz in Lusaka (Sambia), an der allerdings nur 33 Staatschefs teilnahmen, wurde die Gründungscharta der AU verabschiedet. Der AU-Vertrag ("Charta der Afrikanischen Union") trat formell allerdings schon im Mai 2001 in Kraft, nachdem er von 2/3 der OAU-Mitglieder ratifiziert worden war. Die Initiative zur Gründung der AU geht auf den libyschen Staatschef Gaddafi zurück. Er hat mit großem finanziellen Aufwand bei den afrikanischen Staatschefs dafür geworben und sich bereit erklärt, viele Institutionen der AU zu finanzieren. Die Idee einer afrikanischen Union war bereits seit 1999 intensiver diskutiert worden. Gaddafi konnte sich allerdings mit seiner Forderung, die AU bereits am 1. Januar 2000 auszurufen, nicht durchsetzen. Auf dem Gipfeltreffen im südafrikanischen Durban am 08.-09. Juli 2002 wurde die 39 Jahre alte OAU formell aufgelöst und in die AU umgewandelt. Diese ist der Europäischen Union nachempfunden. Der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki wurde zum ersten Vorsitzenden der AU gewählt. Er sieht in der Gründung der AU und ihres ökonomischen Arms, der "Neuen Partnerschaft für Afrikanische Entwicklung" (NEPAD), ein neues Kapitel in der afrikanischen Entwicklung aufgeschlagen. Kommentar Ob und bis wann die Ziele der AU verwirklicht werden können, steht in den Sternen. Wieso der AU etwas gelingen soll, was die OAU in fast vier Jahrzehnten nicht geschafft hat, ist völlig unklar. Das Ganze ähnelt eher neuem Wein in alten Schläuchen. Insbesondere bei der Lösung von Konflikten innerhalb und zwischen afrikanischen Staaten dürfte der neuen AU kaum mehr gelingen als der alten OAU, obwohl die Mitgliedsstaaten sogar eine gemeinsame Verteidigungspolitik ins Auge gefasst haben. Wie dies allerdings realisiert werden soll in einem Kontinent, in dem sich Dutzende von Staaten im Bürgerkrieg befinden und mehr als ein halbes Dutzend Staaten grenzüberschreitend im Kongo-Konflikt (dem ersten großen "Afrikanischen Krieg") engagiert sind, weiß niemand. Die Europäer haben für die - noch immer unvollendete - Einigung ihres Kontinentes fast ein halbes Jahrhundert gebraucht, trotz bester Voraussetzungen wie Demokratie, Marktwirtschaft und solider Regierungsführung. Wie eine Einigung des afrikanischen Kontinents gelingen soll bei einer weit schlechteren Ausgangslage - autoritäre Staaten, Diktaturen, Kriege, Korruption, Misswirtschaft und oft miserable Regierungsführung - steht in den Sternen. Und dennoch: Es gibt keine Alternative. Die Einigung des Kontinents, zumindest aber eine friedliche Annäherung der afrikanischen Staaten, kann nur durch ein Umdenken der Staatschefs und der politischen Eliten gelingen. Angesichts von Repräsentanten wie AU-Initiator Gaddafi oder Simbabwes Mugawe auf lange Zeit wohl ein Wunschtraum... Kurzfristig dürften deshalb die wirtschaftlichen Aspekte des Zusammenschlusses größere Bedeutung haben. Weil Afrika mit 2010 annähernd 1 Milliarde Einwohnern zwar mehr als 14 % der Weltbevölkerung stellt (mit steigender Tendenz), aber nur mit etwas über zwei Prozent an der Weltwirtschaftsleistung beteiligt ist, wollen die Staaten nun gemeinsam auftreten, um diese Schwäche im Zuge der Globalisierung so weit wie möglich auszugleichen. Gelänge es, dass der schwarze Kontinent, der immerhin mehr als ein Viertel der Mitgliedstaaten der UNO stellt, z.B. durch die Etablierung des geplanten panafrikanischen Parlaments mit einer - und zwar deutlichen - Stimme sprechen würde und damit zumindest mehr als bisher in das Bewusstsein der Weltöffentlichkeit dringen könnte, wäre schon viel erreicht. Interner Verweis
Weiterführender Verweis
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