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Politik und Zeitgeschichte
Organisationen

Die Arabische Liga auf einen Blick

     
Arabische Liga - Mitgliedstaaten
AL
League of Arab States
Liga der Arabischen Staaten
(kurz: Arabische Liga)

Gründung
1945

Ziele

Förderung der Beziehungen der Mitgliedstaaten auf politischem, kulturellem, sozialem und wirtschaftlichem Gebiet; Wahrung der Unabhängigkeit und Souveränität der Mitgliedstaaten und der arabischen Außeninteressen; Anerkennung Palästinas als unabhängiger Staat (zentrales politisches Ziel); Verhütung und Schlichtung von Streitfällen der Mitglieder untereinander.

Mitgliedstaaten (22)

12 asiatische Staaten:
Bahrain (seit 1971), Irak (seit 1945), Jemen (seit 1945 Südjemen; seit 1967 Nordjemen), Jordanien (seit 1945), Katar (seit 1971), Kuwait (seit 1961), Libanon (seit 1945), Oman (seit 1971), "Palästina" (seit 1976 durch die PLO vertretenes Vollmitglied), Saudi-Arabien (seit 1945), Syrien (seit 1945), VAE (Vereinigte Arabische Emirate (seit 1971).

10 afrikanische Staaten:
Ägypten (seit 1945, Mitgliedschaft 1979-89 suspendiert), Algerien (seit 1962), Dschibuti (seit 1977), Komoren (seit 1993), Libyen (seit 1953), Marokko (seit 1958), Mauretanien (seit 1973), Somalia (seit 1974), Sudan (seit 1956), Tunesien (seit 1958).

Beobachter
Eritrea (2003), Venezuela (2006), Indien (2007)

Hauptorgane

Ligarat: Der Ligarat tagt halbjährlich auf der Ebene der Außenminister oder deren Vertretern; seine Empfehlungen sind nur für die jeweils zustimmenden Mitglieder verbindlich; sie müssen, sollen sie umgesetzt werden, von den Staatschefs und Regierungen gebilligt werden.

Gipfeltreffen: Bei Bedarf Gipfeltreffen der Könige und Staatschefs.

Sekretariat: Das Sekretariat wird von einem Generalsekretär geleitet und hat ca. 460 Mitarbeiter.

Entwicklung

Die AL wurde am 22. März 1945 in Kairo (Ägypten) als loser Zusammenschluss von ursprünglich ausschließlich arabischen Staaten gegründet. Die 7 Gründungsmitglieder waren: Ägypten, Irak, Jemen, Libanon, Saudi-Arabien, Syrien und Transjordanien (heute Jordanien). 1950 wurde der Gründungsvertrag durch einen (wenig effektiven) Verteidigungspakt ergänzt. Heute befinden sich unter den 22 Vollmitgliedern der AL auch 10 afrikanische Staaten.

Die Arbeit der Liga als Wegbereiterin der arabischen Einheit ist bisher nicht gelungen; nationalstaatliche Interessen und zunehmend auch der islamische Fundamentalismus verhinderten eine Verwirklichung der Ziele.

Die 1996 auf einem Sondergipfel in Kairo proklamierte »arabische Solidarität« führte bis heute zu keiner gemeinsamen Haltung gegenüber Israel in der Frage der Rückgabe der besetzten arabischen Gebiete.

Im Kosovo-Konflikt beschränkte sich die Liga auf humanitäre Hilfe für muslimische Flüchtlinge.

Bis heute besteht kein freier Grenzverkehr zwischen den Mitgliedstaaten, die Währungen sind nicht konvertierbar, Bücher und Zeitungen werden nicht frei ausgetauscht.

Die AL wurde einer breiteren Öffentlichkeit durch den Rundumschlag Osama Bin-Ladens bekannt, der am 3. November 2001 nicht nur die Friedensnobelpreisträger 2001 (die UNO und deren Generalsekretär Kofi Annan) angriff, sondern auch diejenigen arabischen Staaten, die mit der "Verbrecherorganisation UNO" zusammenarbeiten, des Verrats beschuldigte. Die Außenminister der AL stellten am 04. November hierzu fest, dass Bin-Laden weder im Namen des Islam, noch im Nahmen der arabischen Staaten spreche. Seine Aussage dokumentiere vielmehr, dass er jetzt einen hybriden Kampf gegen die "gesamte Welt" führen wolle.

Kommentar

Die Arabische Liga ist eine äußerst heterogene Organisation, die auch etliche Problemstaaten umfasst. Die internen Probleme fast aller Mitgliedstaaten, ihre unterschiedlichen Regierungs- und Gesellschaftsformen sowie die offenen und latenten Spannungen zwischen vielen der Mitgliedstaaten untereinander lassen einheitliche Positionsfindungen als äußerst unwahrscheinlich erscheinen. Und wenn, dürften sie sich in Formulierungen auf geduldigem Papier erschöpfen - wie bisher auch...

Weiterführende Verweise

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Stand: 03.08.2011