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Politik und Zeitgeschichte
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| Wasser und Ernährung |
Welternährungstag |
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Der Welternährungstag steht jedes Jahr unter einem anderen Motto. Das Thema des diesjährigen Welternährungstages ist: "Gesicherte Ernährung durch biologische Vielfalt". Damit soll die Bedeutung und die Chancen biologischer Vielfalt für die gesicherte Ernährung insbesondere in den Entwicklungsländern verdeutlicht werden. |
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Alle 5 Sekunden stirbt ein Mensch an den Folgen der Unterernährung. Das sind
Dies sind vorsichtige Schätzungen. Andere Zahlen gehen von täglich bis zu 100.000 Toten aus - mehr als 30 Millionen jährlich. Dieses Massaker geschieht täglich im Wissen aller. Trotz Gen-Pflanzen und High-Tech-Landwirtschaft bleibt der Hunger die Todesursache Nummer eins in der Welt. Noch immer sterben nach Angaben des Welternährungsprogramms (World Food Programme - WFP) mehr Menschen an Unterernährung als an Aids, Malaria und Tuberkulose zusammen. Weit mehr Menschen kommen durch Hunger ums Leben als durch Kriege. Die schockierende Nachricht ist: Der Hunger nimmt zu! Im vergangenen Jahr hatten über 840 Millionen Menschen nicht genügend zu essen. Das sind mehr als 1996. Damals verabschiedete der Welternährungsgipfel in Rom ein ehrgeiziges Programm: Bis 2015 sollte es nur noch halb so viele Unterernährte geben. Dass dieses Ziel erreicht werden kann, glaubt heute niemand mehr. Die internationale Gemeinschaft tut sogar weniger als vor fünf Jahren, um chronisch hungernden Familien beim Überleben zu helfen. Die Nahrungsmittelhilfe weltweit sank von 15 Millionen Tonnen 1999 auf zehn Millionen 2003. Grund sind der starke Anstieg der Nahrungsmittelpreise und der schwächere Dollar. So stieg die Zahl der Hungernden in Peru laut WFP von elf Prozent 1990 auf 27 Prozent 2000, und in Angola und Mozambique ist sogar die Hälfte der Bevölkerung von Hunger betroffen. Die meisten Opfer verhungern nicht, weil sie zuwenig Nahrung finden. Sie sterben, weil sie verschmutztes Wasser trinken müssen. Unsaubere Nahrungsmittel sorgen jedes Jahr für zwei Milliarden Krankheitsfälle. Alle vier Minuten verliert ein Mensch wegen Vitamin A-Mangels sein Augenlicht. Kinder bleiben in Folge von Proteinmangel geistig behindert. Das Problem ist nicht die Produktion der Lebensmittel. "Es ist genug zu essen für alle da", sind sich die Experten einig. Tonnenweise werden Nahrungsmittel vernichtet. Längst gibt es laut WHO mehr Übergewichtige als Unterernährte. Mehr als eine Milliarde Menschen schlägt sich mit überflüssigen Pfunden herum und leidet an Folgekrankheiten. Experten sind sich einig: Schon jetzt könnte die doppelte Weltbevölkerung (derzeit ca. 6,3 Milliarden Menschen) ernährt werden könnte. Ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet, denn es gibt keinen objektiven Mangel. Doch die bessere Verteilung will nicht gelingen. Hilfslieferungen sind keine Dauerlösung. Zur Selbsthilfe fehlt den Betroffenen aber viel:
Profitinteressen verschärfen die Lage und Agrarsubventionen der Industrieländer benachteiligen die Entwicklungsländer. Folge: Der Hungertod bleibt allgegenwärtig. Man erklärt dies meist mit Naturgesetzlichkeit oder Überbevölkerung - beides halten Experten für eine glatte Lüge... Weiterführende Verweise
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