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Politik und Zeitgeschichte
Entwicklungshilfe

Globale Entwicklungshilfe

     
   Globale Entwicklungshilfe im Vergleich - prozentualer Anteil der öffentlichen Entwicklungshilfe (Official Development Assistance - ODA) am Bruttonationaleinkommen (BNE) der Geberländer der OECD

Entwicklungshilfe - versprochen / gebrochen

Die Grafik vergleicht den Anteil der Aufwendungen für die öffentliche Entwicklungshilfe (Official Development Assistance - ODA) am Bruttonationaleinkommen (BNE) ausgewählter Geberländer, hier der USA und europäischer Mitglieder des Entwicklungshilfe-Ausschusses (Development Assistance Committee - DAC) der OECD. Die Mitglieder des DAC haben in den 1970 versprochen, 0,7 % ihres BNE für die Entwicklungshilfe aufzuwenden.

Die grünen Balken zeigen die Länder, die dieses Ziel (grüne Linie) erreicht und überschritten haben, die gelben Balken diejenigen Länder, die das Ziel noch nicht erreicht haben. Die rote Linie ist der derzeitige Durchschnitt von 31 % des realen ODA-Anteils aller Geberländer. Deutschland liegt mit 35 % nur knapp darüber und erfüllt gerade einmal die Hälfte des versprochenen Beitrags. Der Durchschnitt des prozentualen ODA-Anteils aller Geberländer liegt bei 48 % (in der Grafik aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht eingezeichnet).

Globale Entwicklungshilfe im Vergleich - reale Aufwendungen der größten Geberländer für die öffentliche Entwicklungshilfe (Official Development Assistance - ODA) Anteile an der weltweiten Entwicklungshilfe

Die Grafik vergleicht die realen Aufwendungen der Geberländer an der globalen Entwicklungshilfe (das Inlet-Foto zeigt sudanesische Kinder auf der Suche nach Getreidekörnern). Die gelben Säulen kennzeichnen europäische Geberländer. Auffallend ist der relativ hohe Anteil der US-Entwicklungshilfe von über 28 % (grüne Säule links). Die weltweite Entwicklungshilfe insgesamt liegt bei ca. 120 Milliarden US-$ (grüne Säule rechts, gekappt).

Die Entwicklungshilfe aller EU-Staaten zusammen beträgt mehr als die Hälfte der globalen Unterstützung. Angesichts der starken Wirtschaftsleistung der USA müsste sich die amerikanische Säule mehr als verdreifachen. Fairerweise muss man hinzufügen, dass die USA ihre Unterstützung oft außerhalb der offiziellen statistisch ermittelten Entwicklungshilfe durchführen - natürlich, wie immer, verbunden mit deutlich nationalen Eigeninteressen.

Kommentar

Haste mal 'nen Euro? Keine Angst, Sie sollen nicht spenden. Nur einmal innehalten und Ihr Geld zählen. Und Sie brauchen noch nicht einmal einen Euro zu finden - 70 Cent tun es auch.

70 Cent pro Einhundert von Ihnen verdienten Euro, das ist alles, was die Industrieländer Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts den Vereinten Nationen als finanzielle Entwicklungshilfe zugesagt hatten. Dieses Versprechen, nämlich 0,7 % des Bruttosozialprodukts (BSP) - heute als Anteil am Bruttonationaleinkommen (BNE) gemessen - für die Entwicklungshilfe aufzubringen, hat außer einigen wenigen, vor allem nordeuropäischen Ländern, kein Staat erfüllt.

Auch die Bundesrepublik Deutschland nicht. Im Gegenteil: Heute bringen wir gerade einmal 0,35 % auf, also die Hälfte der zugesagten Unterstützung - und auch das nur, weil in den letzten Jahren der Schuldenerlass für die ärmsten Länder als Entwicklungshilfe eingerechnet wurde.

Die EU ist stolz darauf, dass sich ihre Mitgliedstaaten inzwischen verpflichtet haben, die offizielle Entwicklungshilfe bis 2010 auf 0,51 % und bis 2015 auf die bereits 1970(!) versprochenen 0,7 % erhöhen zu wollen. Großartige Leistung, das!

Aber selbst die 0,7 % wären nur ein Tropfen auf den heißen Stein, allerdings ein doppelt so großer Tropfen wie heute. Was wurde nach den Terroranschlägen vom 11. September 2002 nicht alles in unzähligen Betroffenheitsreden schwadroniert: Der Internationale Terrorismus muss durch Armutsbekämpfung ausgetrocknet werden (als ob der Multimillionär Osama Bin-Laden durch Finanzspritzen besänftigt werden könnte). Nein, es geht um die Linderung der ärgsten Not der wirklich Notleidenden - nicht nur durch gelegentliches Spenden, sondern durch echtes Teilen.

Aber wer soll, wer will den Anfang machen?

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Stand: 04.04.2011