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Politik und Zeitgeschichte
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| Kaukasus |
Die Kaukasus-Region |
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Die allgemein als Kaukasus-Region bezeichnete breite Landenge zwischen dem Schwarzen Meer im Westen und dem Kaspischem Meer im Osten gliedert sich in fünf Naturräume:
Die geopolitische Lage und die äußerst wechselvolle Geschichte der Region an den Randlagen mehrerer früherer Großreiche hat die Kaukasus-Region zu einer ebenso interessanten wie komplizierten Nahtstelle zwischen Europa und Asien werden lassen: in der Antike von Süd (Europa) nach Nord (Asien), heute in umgekehrter Richtung verstanden. |
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Die Kaukasus-Region wird im folgenden zur besseren Unterscheidung von der rein geographisch/geologischen Terminologie als Kaukasien bezeichnet. Sie zeigt sich als eine politische Parzellenlandschaft, die sich politisch in die Gebiete Nordkaukasien und Südkaukasien unterteilt.
Nordkaukasien bildet mit seiner komplizierten ethnisch-territorialen Gliederung in 7 autonome kaukasische Republiken und mehreren überwiegend russischen Gebietseinheiten die kritische Südperipherie Russlands. Südkaukasien, aus russischer Sicht auch als Transkaukasien bezeichnet, umfasst die drei unabhängigen und völkerrechtlich anerkannten Republiken Georgien, Armenien und Aserbaidschan (Aufzählung von West nach Ost). Georgien und Aserbaidschan sind gegenwärtig allerdings nicht in der Lage, ihre Souveränität auf ihrem gesamten Staatsterritorium auszuüben. |
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Nach den Unruhen in Berg-Karabach, Ossetien, Adscharien und Abchasien lenkte zuletzt der zweite Tschetschenien-Krieg den Blick wieder in Richtung Kaukasien. In Nordkaukasien rührt das Konfliktpotential in erster Linie aus den Eingriffen in die regionalen Lebensverhältnisse durch den russischen Kolonialismus und die Sowjetisierung her. Der über Jahrhunderte gewachsenen sprachlichen, religiösen, kulturellen und sozialökonomischen Heterogenität wurden Züge tiefgreifender gesellschaftlicher Transformation, teilweise auch Deformation hinzugefügt. Der Kaukasus-Kamm bildet hierbei keine klare Trennlinie; vielmehr sind viele der Konflikte grenzübergreifend und Bestandteil eines Erbes, welches nicht nur die nordkaukasischen Republiken Russlands, sondern auch die drei transkaukasischen Staaten Georgien, Armenien und Aserbaidschan bewältigen müssen. Insgesamt wird die ohnehin recht unübersichtliche politische Gliederung Kaukasiens den gegenwärtigen Realitäten aber nicht gerecht, da die Region durch Sezessionskriege und Autonomiebestrebungen politisch und wirtschaftlich zerstückelt wurde (einen ersten Überblick gibt die nebenstehende Grafik). |
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Kaukasien ist über 50 verschiedenen Ethnien mit mehr als 100 Sprachen besiedelt. Die Größe der Bevölkerungsanteils differenziert allerdings stark zwischen Nord- und Südkaukasien. In Nordkaukasien verfügen die sieben autonomen Republiken zusammen etwas mehr als 7 Millionen Einwohner. Einige der Republiken haben jedoch nur eine Einwohnerzahl von der Größe einer mittleren Großstadt. In Südkaukasien verfügen die drei selbständigen Staaten über mehr als 16 Millionen Einwohner - insgesamt also etwa die Bevölkerungsstärke der Niederlande. Zählt man großzügig die russischen Verwaltungseinheiten des südlichen Föderationskreis Russlands (einer von insgesamt sieben) hinzu, kommt man in der russischen Nordregion auf etwa 30 Million Einwohner - immer noch deutlich weniger Menschen als in Spanien oder Polen. |
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