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Politik und Zeitgeschichte
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| Europas Nachbarn | Südlicher Korridor - neue Seidenstraße | |||||||||||||||||||||||
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Energiepartnerschaft der EU
Die Grafik zeigt die Mitgliedstaaten der EU (blau) und die Förder- und Transitländer der Partnerschaft in Zentralasien, im Kaspischen Raum, im Südkaukasus und im Maschrek (orange) sowie eine Auswahl wichtiger Energierouten in schematischer Darstellung. Ziel Gründung Teilnehmer
Das Abkommen wurde unterzeichnet vom Präsidenten des Europäischen Rats (Tschechien), dem Präsidenten der EU-Kommission, den Präsidenten der drei Transitländer und dem Energieminister Ägyptens. Die zentralasiatischen Förderländer hatten lediglich Vertreter entsandt und haben das Abkommen (noch) nicht unterzeichnet. Der ebenfalls geladene Irak schickte keinen Vertreter, obwohl das Land der EU vor einiger Zeit Gaslieferungen versprochen hatte. Die Einladung Russlands als Beobachter erfolgte auf deutsches Drängen. Hintergrund Etwa 25 Prozent des europäischen Gasbedarfs werden aus Russland gedeckt. Deutschland bezieht fast 40 % seines Gases aus Russland. Das Abkommen verfolgt das richtige Ziel einer dringend notwendigen Diversifizierung des Gasbezugs für Europa. Die EU schätzt, dass eines Tages etwa fünf Prozent des europäischen Gasbedarfs durch den "Südlichen Korridor“ bezogen werden können. Aus Sicht der EU soll der "Südliche Korridor“ die bestehenden Verträge Europas mit Russland nicht in Frage stellen, sondern für alle Seiten Vorteile aus der neuen Energiepartnerschaft bringen. Unter anderem wurde vereinbart:
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Kommentar Im Kaspischen Raum liefern sich europäische Firmen einen scharfen Konkurrenzkampf mit dem russischen Staatskonzern Gasprom um die Förderung der Gasvorkommen. Das neue Abkommen soll aus europäischer Sicht die bisher vor allem von der Privatindustrie getragenen Pipeline-Projekte im Süden Europas auf hoher politischer Ebene zu unterstützen. Allerdings bleiben weiterhin etliche Baustellen bestehen: Förderländer Dringend notwendig sind schriftlichen Vereinbarungen und Verträge mit den Liefer- und Transitländern, weil bisherige Absprachen in einigen Fällen nur mündlich gemacht wurden (z.B. gibt es aus Turkmenistan nur mündliche Zusagen über die Lieferung von Gas für Nabucco). Die Tatsache, dass die für das ganze Projekt entscheidenden zentralasiatischen Förderländer nicht mit ihren Präsidenten beim Gipfeltreffen vertreten waren und das Abkommen nicht unterzeichneten, ist ein schlechtes Zeichen. Der Ratspräsident beschönigte dies mit dem Hinweis, dass diese Staaten, anders als etwa Aserbeidschan, keine europäischen Aspirationen hätten. Türkei und Nabucco Die EU tritt mit Nachdruck für den Bau der Gas-Pipeline Nabucco ein, die Gas über Georgien und die Türkei nach Österreich bringen soll. Der türkische Präsident ließ in seinen Ausführungen erkennen, dass die Türkei für ihre Unterstützung des Nabucco-Projekts erwartet, dass die EU in den Beitrittsverhandlungen das Energiekapitel eröffnet. Deutlich wird, dass die Türkei eine Schlüsselstellung für die "neue Seidenstraße" einnimmt - nicht nur für Nabucco, sondern auch für weitere Energiestränge, so z.B. für eine Pipeline von der Türkei nach Griechenland und Italien (ITGI), deren erster Teil, eine Verbindung von der Türkei nach Griechenland, bereits in Betrieb ist. Aserbaidschan Eine weitere Schlüsselstellung nimmt Aserbaidschan als Förder- und Transitland ein. Eine bis Ende dieses Jahres zu erstellende Machbarkeitsstudie über einen Sammelkaufmechanismus namens "Caspian Development Corporation“ soll beurteilen, ob dieser Zusammenschluss als Zwischenhändler Gas aus Aserbaidschan kaufen könnte, um die für Lieferländer wichtige stabile Nachfrage zu gewährleisten. |
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