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Politik und Zeitgeschichte
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| Europas Nachbarn | Union für das Mittelmeer (Mittelmeerunion) | ||||||
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Mitglieder (43)
Die MDL im Uhrzeigersinn sind: Monaco, Kroatien, Bosnien & Herzegowina, Montenegro, Albanien, Türkei, Syrien, Libanon, Israel, Palästinensergebiete, Jordanien, Ägypten, Tunesien, Algerien, Marokko und Mauretanien. Jordanien und Mauretanien sind keine Mittelmeeranrainer, sondern angrenzende Staaten. Gründung Ziel Anmerkung |
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Euro-Mediterrane Partnerschaft
Vorläufer der Mittelmeerunion war die Euro-Mediterrane Partnerschaft. Diese wurde 2008 in die Mittelmeerunion integriert; ihre Ziele und Projekte wurden von dieser übernommen und ergänzt. Die Partnerschaft wurde auch als Europa-Mittelmeer-Partnerschaft oder als Barcelona-Prozess bezeichnet. Die englische Terminologie war Euro-Mediterranean Partnership. Die irreführende offizielle Abkürzung war EUROMED oder EuroMed (was aber nichts mit dem medizinischen Bereich zu tun hat). Der Prozess wurde auf der EuroMed-Außenministerkonferenz in Barcelona 1995 initiiert - daher die Bezeichnung Barcelona-Prozess. Dieser bildete den institutionellen Rahmen der Mittelmeerpolitik der EU mit Blick auf die Nicht-EU-Mittelmeeranrainer. Ziel dieser Europa-Mittelmeer-Partnerschaft war, Friede, Stabilität und Wohlstand im Mittelmeerraum zu fördern. Die 12 Partnerländer der EU waren mit Stand Mitte 2008 im Uhrzeigersinn: Türkei, Syrien, Libanon, Israel, die Palästinensischen Autonomiegebiete (PA), Jordanien, Ägypten, Tunesien, Algerien und Marokko sowie Malta und Zypern. - Libyen hatte seit 1999 einen Beobachterstatus. Die Türkei war durch das Assoziationsabkommen von 1963, die Zollunion von 1995 sowie durch den Status eines Beitrittskandidaten bereits enger mit der EU verbunden. Die Bereiche der Zusammenarbeit waren in Anlehnung an das Verfahren der KSZE/OSZE in drei "Körben" niedergelegt:
Der Themenkomplex Justiz, Sicherheit, Migration und soziale Integration hatte sich zu einem vierten großen Bereich entwickelt: |
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Strukturen der Mittelmeerunion Das Projekt der Mittelmeerunion stützt sich auf drei administrative Säulen:
Hintergrund Der Entwicklungstand der Länder nördlich und südlich des Mittelmeers weist ein immer größeres Gefälle auf, was zunehmend die Gefahr der Instabilität für die gesamte Region birgt. Deshalb sollen auf der Basis des 1995 auf Initiative Spaniens und Frankreichs gestarteten Barcelona-Prozesses Ziele, Funktionsweise und Aktionsmöglichkeiten dieser Politik verbessert werden. Geplante Arbeitsschwerpunkte
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Kommentar Von ihrem Ziel, Frieden, Stabilität und Wohlstand im Mittelmeerraum zu erreichen, ist die EU und mit ihr die Mittelmeerunion meilenweit entfernt - was angesichts der völlig unterschiedlichen politischen Systeme und dem Nahost-Konflikt nicht verwunderlich ist. Immerhin: Die EU hat den Mittelmeerraum zu einer Region von "strategischem Interesse" erklärt. Den französischen Ambitionen wurden zwar die Zähne gezogen, aber die EU hat mit dem Projekt der Mittelmeerunion ein Konzept der Zusammenarbeit zwischen Mittelmeeranrainern unter gleichberechtigter Teilhabe ("ownership") von EU und den Mittelmeer-Drittländern (MDL) entwickelt. Zudem ist die Mittelmeerunion das einzige Forum außerhalb der Vereinten Nationen, an dem arabische Länder und Israel gleichermaßen teilnehmen - wenn auch mit wenig greifbaren Ergebnissen. Schaufensterveranstaltung oder großartige Idee? Die Kommentare reichen über ein breites Spektrum der Zustimmung bis Ablehnung. Fakt ist: Der Barcelona-Prozess dümpelte wenig erfolgreich vor sich hin. Die Mittelmeerunion hätte diesem Prozess neuen Schwung verleihen können. Hätte - denn was die Mittelmeerunion zu den Umwälzungen im arabischen Raum von sich gab, war schlichtweg: Nichts! Sind Sie interessiert an den Hintergründen der ursprünglichen französischen Initiative aus 2007? Dann sind Sie auf der folgenden internen Webseite richtig. Interner Link |
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