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Politik und Zeitgeschichte
Basisdaten der EU

Einwohnerzahlen und Wirtschaftsleistung

     
Einwohnerzahlen der Mitgliedsstaaten und Beitrittskandidaten der Europäischen Union

Vergleich der Einwohnerzahlen

Die Grafik zeigt die Vergleichsdaten der 27 EU-Mitgliedstaaten und der 5 EU-Beitrittskandidaten, gemessen in Millionen Einwohnern. Datenquelle: Eurostat 2011.

Die Skalierung beider Diagrammteile ist identisch, um einen korrekten Vergleich der Größenverhältnisse zu ermöglichen. Ihr höchster Wert orientiert sich am bevölkerungsreichsten Land, der Bundesrepublik Deutschland (81,8 Millionen). Beide Skalen sind jeweils in vier 20-Millionen-Segmente unterteilt.

Im rechten Diagrammteil sehen Sie am unteren Ende die Einwohnerzahlen der fünf Beitrittskandidaten in aufsteigender Reihenfolge - Island, Montenegro, Mazedonien, Kroatien und Türkei (72,5 Millionen).

Gesamtbevölkerung der EU am 01. Januar 2011: 501 Millionen.

Wirtschaftsleistung der Mitgliedsstaaten und Beitrittskandidaten der Europäischen Union

Vergleich der Wirtschaftsleistung

Die Grafik zeigt die Vergleichsdaten der 27 EU-Mitgliedstaaten und der 5 EU-Beitrittskandidaten, gemessen an ihrem Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Milliarden Euro.

Die Skalierung beider Diagrammteile ist identisch, um einen korrekten Vergleich der Größenverhältnisse zu ermöglichen. Ihr höchster Wert orientiert sich am wirtschaftsstärksten Land, der Bundesrepublik Deutschland (2.497 Milliarden Euro). Beide Skalen sind jeweils in fünf 500-Milliarden-Segmente unterteilt.

Im rechten Diagrammteil sehen Sie am unteren Ende das BIP der fünf Beitrittskandidaten in aufsteigender Reihenfolge - Island, Montenegro, Mazedonien, Kroatien und Türkei (565 Milliarden Euro).

Gesamtbruttoinlandsprodukt der EU im Jahr 2010: ca. 12.119 Milliarden Euro.

Einwohnerzahlen und Wirtschaftsleistung der bevölkerungsstärksten Mitgliedsstaaten und Beitrittskandidaten der EU im Parallel-Vergleich

Vergleich der Einwohnerzahlen mit der Wirtschaftskraft

Die Grafik vergleicht in gleicher Farbgebung wie oben die Einwohnerzahlen (grün) mit der Wirtschaftskraft (gelb) der bevölkerungsreichsten Staaten der EU und der Türkei als den stärksten Beitrittskandidaten. Ausgangspunkt für die Skalierung beider Diagramme ist die Bundesrepublik Deutschland als jeweils stärkster Staat. Die Diagramme sind in sich viergeteilt - die senkrechten Linien stehen also für die 25%, 50%, 75% und 100%-Marken, bezogen auf den jeweils höchsten Wert.

Würden alle dargestellten Staaten pro Kopf die gleiche Wirtschaftsleistung erbringen, müssten die beiden Balkendiagramme identisch sein. Tatsächlich erkennt man auf der rechten Seite deutliche "Ausfransungen".

Dem wirtschaftstärksten Staat Deutschland folgen Frankreich, Großbritannien und Italien, wobei auffällt, dass Großbritannien und Italien bereits leicht abfallen. Dies gilt in verstärktem Maß auch für Spanien, Griechenland und Portugal, die derzeitigen Sorgenkinder der EU, und - verständlicherweise - für die osteuropäischen Länder Polen, Rumänien, Tschechien und Ungarn.
(Anmerkungen zur Türkei siehe unten.)

  
   

Erkenntnisse

1. Einwohnerzahlen

Die 6 größten Staaten der EU stellen mit zusammen ca. 350 Mio. Einwohnern mehr als zwei Drittel der EU-Bevölkerung von derzeit insgesamt etwa 501 Millionen. Die anderen 21 Staaten haben zusammen rund 150 Mio. Einwohner und damit etwa so viel Einwohner wie die beiden größten Staaten, Deutschland und Frankreich, zusammen. Bemerkenswert: Die 16 kleinsten Staaten haben mit zusammen ca. 76 Millionen weniger Einwohner als Deutschland.

Diese Zahlen sind von Bedeutung zum einen für Entscheidungen im Europäischen Rat (Staats- und Regierungschefs), zum anderen für das Abstimmungsverfahren im Rat der Europäischen Union (Ministerrat).

  • Da der Europäische Rat einstimmig beschließen muss und jeder Staat eine Stimme hat, besitzt z.B. die Stimme Maltas mit rund 400.000 Einwohnern das gleiche Gewicht wie die Stimme des 200 mal größeren Deutschlands mit mehr als 80 Mio. Einwohnern.
  • Da im Rat (Ministerrat) bei Abstimmungen mit qualifizierter Mehrheit die 6 einwohnerstärksten Staaten mit ihrer mehr als Zwei-Drittel-Mehrheit jeden Mehrheitsbeschluss im Ministerrat durchsetzen könnten, wurde mit dem Vertrag von Lissabon das 55/65-Prozent-Kriterium (die sogenannte "doppelte Mehrheit") eingeführt. Das heißt: Ein Beschluss auf der Grundlage eines Vorschlags der EU-Kommission kann im Ministerrat nur dann gefasst werden, wenn mindestens 55 Prozent der Mitgliedstaaten, die mindestens 65 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren, zustimmen.

2. Wirtschaftsleistung

Die Wirtschaftsleistung der Eu beträgt insgesamt über 12.000 Milliarden Euro. Die Bundesrepublik Deutschland trägt mit rund 2.500 Mrd. etwa 20 % zu dem Gesamt-BIP der EU bei.

Bemerkenswert: Die 18 kleinsten Staaten - also Zwei-Drittel der EU-Mitgliedstaaten! - haben mit einem BIP von zusammen ca. 2.000 Milliarden Euro eine deutlich geringere Wirtschaftsleistung als Deutschland.

Hinweis: Da die Wirtschaftsleistung in Euro gemessen wird, ist bei den Ländern, die keine Mitglieder der Euro-Zone sind (z.B. Großbritannien), zu berücksichtigen, dass sich eine (scheinbare) Veränderung des BIP im Vergleich zu den Vorjahren alleine aufgrund von Wechselkursschwankungen ergeben kann.

3. Wirtschaftsleistung pro Kopf

Tipp: Analysiert man die Grafik "Vergleich der Wirtschaftsleistung", kann man sehr schnell auch einen Überblick über die Wirtschaftsleistung pro Kopf erhalten. Die Rechnung ist einfach: Teilen Sie das BIP in Milliarden Euro durch die jeweilige Einwohnerzahl in Millionen und multiplizieren Sie das Ergebnes mal Tausend, und Sie erhalten das BIP-pro-Kopf eines Landes.

Ein Beispiel mit stark vereinfachten und gerundeten Zahlen:

  • Das BIP Deutschlands beträgt rund 2.500 Milliarden Euro, die Einwohnerzahl beträgt rund 80 Millionen.
  • Ergo: 2.500 : 80 = ca. 31. Dieses Ergebnis mal Tausend ergibt ein BIP-pro-Kopf von etwas über 31.000 Euro.

4. Türkei

Betrachtet man die Einwohnerzahlen des Beitrittskandidaten Türkei, wird deutlich, dass bei stetig sinkender Einwohnerzahl Deutschland und einer weiterhin leicht steigenden Einwohnerzahl der Türkei letztere nach einem etwaigen Beitritt der zweitgrößte Staat der EU, unter Umständen sogar das größte Mitgliedsland in der EU sein könnte - eine Prognose, die von den Gegnern eines Türkei-Beitritts gerne als Argument ins Feld geführt wird.

Betrachtet man die Wirtschaftsleistung der Türkei, wird die im Verhältnis zu Deutschland und anderen großen EU-Staaten vergleichsweise geringe Wirtschaftskraft des Landes deutlich - allerdings ist hierbei fairerweise zu beachten, dass sich die Türkei in einer Phase deutlichen wirtschaftlichen Aufschwungs befindet und sich in einem - wenn auch langfristig angelegten - Aufholprozess befinden dürfte.

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Stand: 08.12.2011