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Arbeitslosigkeit in Deutschland nach ausgewählten Strukturmerkmalen - 2010

Arbeitsmarkt und Arbeitslosigkeit in Deutschland

Die Grafik gibt einen Überblick über den Arbeitsmarkt mit Schwerpunkt auf Daten zur Arbeitslosigkeit nach ausgewählten Strukturmerkmalen. Auf der rechten Seite sehen Sie von oben nach unten

  • Arbeitsmarkt 2010 (Erwerbstätige und Arbeitslose)
  • Arbeitslosigkeit nach Geschlecht
  • Arbeitslosigkeit nach Staatsangehörigkeit (Deutsche und Ausländer) sowie zum Vergleich deren
  • Anteile an der Gesamtbevölkerung

Auf der linken Seite finden Sie Daten zur Arbeitslosigkeit nach Schulabschlüssen und Altersgruppen sowie Angaben zur Dauer der Arbeitslosigkeit. Alle Daten gelten für 2010, Datenquelle ist der Jahresbericht 2010 der Bundesagentur für Arbeit.

  
Zum Vergleich
Arbeitsmarkt 2005

Arbeitslosigkeit 2005 in Deutschland nach ausgewählten Strukturmerkmalen

   

Übersicht über arbeitsmarktpolitische Daten und Begriffe
(Terminologie und Faustformeln zum Arbeitsmarkt, gerundete Zahlen für 2010)

Arbeitskräfteangebot
(das Erwerbspersonenpotenzial - vereinfacht: alle Arbeitsfähigen)
44,8 Millionen
minus
Stille Reserve
(siehe Erläuterung unten)
1,1 Millionen
ist gleich
Erwerbspersonen
(vereinfacht: alle für den Arbeitsmarkt unmittelbar Verfügbaren)
43,7 Millionen
diese setzen sich zusammen aus:

Erwerbstätige
(vereinfacht: Beschäftigte inkl. Selbständige)

40,5 Millionen
plus
Arbeitslose
(Erwerbslose)
3,2 Millionen

Stichwort "Stille Reserve"

Zur Stillen Reserve gehören insbesondere:

  • Personen, die beschäftigungslos sind und Arbeit suchen, ohne als Arbeitslose registriert zu sein (vereinfacht: nicht gemeldete Arbeitssuchende)

  • Personen, die die Arbeitsuche entmutigt aufgegeben haben, aber bei guter Arbeitsmarktlage Arbeitsplätze nachfragen würden (vereinfacht: potenziell Arbeitssuchende)

  • Personen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in Warteschleifen des Bildungs- und Ausbildungssystems (Stichwort: ABM)

  • Personen, die aus Arbeitsmarktgründen vorzeitig aus dem Erwerbsleben geschieden sind (Stichwort: Vorruhestand)

Während Erwerbstätige und Arbeitslose in amtlichen Statistiken erfasst werden, muss die Stille Reserve mit Hilfe von ökonometrischen Modellen oder anhand von Bevölkerungsbefragungen geschätzt werden.

Stichwort "Erster Arbeitsmarkt"

Unter dem ersten Arbeitsmarkt versteht man die Gesamtzahl aller ungeförderter Arbeitsstellen, also z.B. keine Stellen der ABM. Hiervon unterschieden werden muss die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten, ebenfalls ein wichtiger Indikator für den Arbeitsmarkt. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat 2010 noch stärker zugenommen als die Erwerbstätigkeit. 2010 waren ca. 27 Millionen Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Erläuterungen zu den im Schaubild aufgezeigten Strukturmerkmalen

1. Arbeitslose nach Schulabschlüssen

Höhere Bildungsabschlüsse schützen zwar nicht vor Arbeitslosigkeit, verringern aber deren Wahrscheinlichkeit. Rechnet man die Arbeitslosen mit Hauptschulabschluss bzw. keinem Schulabschluss zusammen, ist mehr als die Hälfte der Arbeitslosen hiervon betroffenen. Besonders erschreckend: Die Zahl der Arbeitslosen ohne jedweden Schulabschluss beträgt etwa 500.000 Personen.

2. Arbeitslose nach Geschlecht

Deutlich wird, dass Männer mit ca. 54 % weit mehr als Frauen mit ca. 46 %) von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Interessant ist in diesem Zusammenhang: Die Beteiligung ausländischer Frauen am Erwerbsleben ist mit bundesweit mit etwas über 50 % beträchtlich niedriger als die der deutschen Frauen mit annähernd 70 %. Der Unterschied bei den Männern hingegen fällt kaum ins Gewicht.

3. Dauer der Arbeitslosigkeit

Die Dauer der Arbeitslosigkeit lässt sich - stark vereinfacht - dritteln: Ein Drittel mit einer Arbeitslosigkeit bis zu 3 Monate, ein Drittel mit einer Arbeitslosigkeit bis zu einem Jahr und ein Drittel mit einer Arbeitslosigkeit von mehr als einem Jahr. Letztere gelten als "Langzeitarbeitslose".

4. Arbeitslosigkeit nach Staatsangehörigkeit

Ausländer sind wesentlich stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als Deutsche. Der Anteil von Ausländern liegt mit fast 16 % prozentual deutlich über der Arbeitslosenquote insgesamt (Jahresdurchschnitt 2010 rund 8 %). Berechnet man die Arbeitslosenquote der Ausländer auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen, so ist sie mehr als doppelt so hoch wie die der Deutschen.

Allgemeiner Hinweis

Diese Webseite soll dem interessierten Laien einen ersten und hoffentlich leicht verständlichen Überblick über den Arbeitsmarkt in Deutschland geben. Sie wendet sich nicht an den arbeitsmarktpolitischen Experten. Als vertiefender Einstieg in das äußerst komplexe und insbesondere in seiner statistischen Ausformung höchst komplizierte Thema Arbeitsmarkt werden die folgenden Verweise empfohlen.

Weiterführende externe Links

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Stand: 06.12.2011