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Politik und Zeitgeschichte
Politisches System

Wahlrecht - Grundsätze, Systeme und Verfahren

     
   Wahlrecht, Wahlrechtsgrundsätze, Wahlsysteme und deren Vergleich

   

Für jede Demokratie gilt, und für jedes Land der Welt sollte gelten, dass bestimmte Wahlrechtsgrundsätze eingehalten werden. Nur so kann der Freiheit und der Selbstbestimmung des Individuums weltweit geltend verschafft werden. Die Grafik und die u.a. Tabellen verdeutlichen diese Grundsätze und stellen in schematischer Form unterschiedliche Wahlsysteme und Wahlverfahren dar.

Wahlrechtsgrundsätze

Eine Wahl ist

allgemein

wenn das Wahlrecht jedem Staatsbürger zusteht, unabhängig von Einkommen, Geschlecht, Religion, Herkunft, Vermögen etc.

frei

wenn in die Ausübung des Wahlrechts nicht von dritter Seite eingegriffen wird

gleich wenn jeder Wähler über die gleiche Zahl von Stimmen verfügt, also keine unterschiedliche "Gewichtung" der Stimmen erfolgt
geheim wenn die Stimmenabgabe unbeobachtet und unbeeinflusst erfolgen kann

Ein weiterer wichtiger Grundsatz ist die öffentliche und transparente Auszählung der Stimmen.

Wahlsysteme und Wahlverfahren

aktives Wahlrecht

Ich darf wählen.

passives Wahlrecht

Ich kann mich wählen lassen
(meist mit einer "Altershürde" versehen).


Mehrheitswahl Der Kandidat / die Kandidatin, welche(r) die meisten Stimmen erhält, ist gewählt. Die anderen Stimmen fallen "unter den Tisch".
Verhältniswahl Alle Kandidaten, die eine bestimmte Mindestanzahl an Stimmen erhalten (meist mit einer %-Hürde versehen - bei der Bundestagswahl in Deutschland z.B. 5 %), gelten als gewählt.

Vorteil: Nur wenige Stimmen fallen unter den Tisch.

Nachteil: In den meisten Fällen müssen Koalitionen
verschiedener Parteien gebildet werden; dies erschwert das "Regieren". Manche Beobachter sehen dies als Vorteil an, da der kleine bzw. die kleineren Koalitionspartner ein Korrektiv bilden können.

Hinweis: In vielen Ländern wird, wie in der Bundesrepublik Deutschland, ein Mischverfahren aus beiden Systemen angewendet.


unmittelbare Wahl Der Kandidat / die Kandidatin wird direkt von den Wahlberechtigten gewählt.
indirekte
Wahl
Der Kandidat / die Kandidatin wird durch Wahlmänner / Wahlfrauen gewählt, die ihrerseits (meist unmittelbar) durch die Wahlberechtigten gewählt wurden. Beispiele: Wahl des Präsidenten der USA durch "Wahlmänner" und Wahl des Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland durch die Bundesversammlung (deren Mitglieder nur zur Hälfte, nämlich als Mitglieder des Deutschen Bundestags, unmittelbar gewählt sind).

Weiterführende Verweise

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Stand: 04.12.2011