Logo der Website

Politik und Zeitgeschichte
Finanzen

Das Privatvermögen in Deutschland

     
Privates Geldvermögen in Deutschland - Größe und Zusammensetzung

Der Vermögensberg der Deutschen

Die Grafik zeigt das Anwachsen des Geldvermögens (grüne Säulen links) der privaten Haushalte in Deutschland auf heute geschätzte 4.900 Milliarden Euro. Damit hat sich das Nettogeldvermögen des privaten Haushaltssektors seit Beginn der neunziger Jahre mehr als versiebenfacht!

Die mittleren Kästen zeigen die prozentuale Zusammensetzung des Geldvermögens, u.a. Geldanlagen bei Banken und Versicherungen, Rentenwerte, Investmentfonds und Aktien. Im Schnitt werden rund 10 Prozent des verfügbaren Einkommens gespart.

Die beiden Säulen rechts markieren das Gesamtvermögen der privaten Haushalte. Zum Geldvermögen (grüne Säule) in Höhe von ca. 4.900 Mrd. Euro kommen Sachwerte und Immobilien (dunkelgelbe Säule) in Höhe von etwa 3.900 Milliarden sowie Gebrauchswerte (z.B. Kfz) in Höhe von 1,3 Mrd. Euro (hellgelbe Säule) hinzu.

Insgesamt verfügt der private Haushaltssektor damit über ein Reinvermögen von etwa 10.100 Milliarden Euro. Allerdings: Das Privatvermögen in Deutschland ist sehr ungleichmäßig verteilt.

Näheres siehe interne Webseite

Finanzielle Eckdaten im Vergleich - Privatvermögen, BIP, Schuldenberg, Bundesschuld, Bundeshaushalt und internationale Haushalte im Vergleich

Finanzielle Eckdaten im Vergleich

Um zu verdeutlichen, welch riesiges Privatvermögen in Deutschland angehäuft wurde, vergleicht die Grafik dieses Vermögen mit anderen Finanzdaten von links nach rechts wie folgt.

Linkes Diagramm (nationale Vergleichsdaten für 2010)

  • Privates Geldvermögen in Deutschland (grüne Säule)
  • Privates Vermögen an Sachwerten und Immobilien (grüne Säule)
  • Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschlands (gelbe Säule)
  • Schuldenberg der öffentlichen Hand (gelbe Säule)

Rechtes Diagramm (internationale Vergleichsdaten für 2011)

  • Bundeshaushalt (gelbe Säule)
  • Einzeletat für Arbeit und Soziales (gelbe Säule)
  • EU-Haushalt (grüne Säule)
  • UN-Doppelhaushalt 2011/2012 (grüne Säule)
  
   

Kommentar

Alles stöhnt zu Recht über den Schuldenberg und die stetig steigende Zinslast der öffentlichen Hand. Aber in den privaten Haushalten Deutschlands häufen sich Geldvermögen und Sachwerte. Natürlich gehört niemand von uns zu den Vermögenden - aber irgendwo müssen diese ja doch in millionenfacher Ausfertigung sitzen ;-)

Armes Deutschland?

Der statistische Durchschnittshaushalt verfügt über ein Privatvermögen von mehr als 125.000 Euro. Die vermögenden Einwohner Deutschlands könnten den Staat im Notfall also jederzeit "leicht" entschulden, ohne am Hungertuch zu nagen. Gesetzt den Fall, man täte dies, würden jedem vermögenden Durchschnittshaushalt dann - statistisch gesehen - immer noch gut 100.000 Euro zur Verfügung stehen.

Vergleicht man den Bundeshaushalt (etwa 306 Milliarden Euro in 2011) mit dem Haushalt der EU (2011 rund 126 Milliarden Euro), erkennt man, dass die Bundesrepublik Deutschland für ihre 81,8 Millionen Einwohner weit mehr als doppelt so viel Geld aufwendet wie die EU für ihre mehr als 500 Millionen Einwohner!

Betrachtet man den größten deutschen Einzeletat Arbeit und Soziales (2011 rund 131 Milliarden Euro), so ist dieser größer als der Gesamthaushalt der EU. Anders gewendet und salopp formuliert: Deutschland gibt für seine Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger mehr Geld aus wie die EU für ihre mehr als 500 Millionen Bürger.

Vergleicht man den Bundeshaushalt mit dem regulären Haushalt der UNO (Doppelhaushalt für 2011/2012 etwa 5 Milliarden Euro), wird deutlich, dass Deutschland bei einer (theoretischen) Einsparung der jährlichen Zinsausgaben des Bundes (2011 ca. 37 Milliarden Euro) mit diesem Geld die gesamte UNO fast 15 Jahre lang ganz alleine finanzieren könnte.

Und da der deutsche Beitrag am UN-Haushalt entgegen landläufiger Meinung gering ist, nämlich 2011 bei etwa 8 % (ca. 240 Millionen Euro) liegt, könnten wir (theoretisch) mit dem eingesparten Geld der jährlichen Zinsaufwendungen des Bundes unseren UN-Beitrag sogar für mehr als 150 (in Worten: einhundertundfünfzig) Jahre begleichen - wenn, ja wenn wir dieses Geld zur Verfügung hätten... Armes Deutschland?

Externer Link

  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales
    (dort unter >Service - Publikationen - Suchen< den Begriff "Armutsbericht" eingeben. Sie erhalten dann u.a. den "3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung" aus dem Jahr 2008)

Hinweis: Der exakte Titel des Berichts lautet: "Lebenslagen in Deutschland - der 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung". Erschienen im Juli 2008. Download als PDF-Datei in Lang- und Kurzfassung möglich. Komplexer Bericht mit nicht immer leicht zu verstehenden statistischen Detailinformationen. Wer sich die Rosinen herauspickt, erhält einen guten Überblick über die Gesamtproblematik. Die Fortschreibung der Berichte ist jeweils für die Mitte der Legislaturperiode vorgesehen.

Seitenanfang

Stand: 01.12.2011