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Politik und Zeitgeschichte
Bevölkerung

Ausländer in Deutschland - Vergleichszahlen

     
   Ausländer in Deutschland - nach Staatsangehörigkeit und Herkunftsland / Region

   

Ausländer in Deutschland
(nach Staatsangehörigkeit und Herkunftsregion)

Die Grafik verdeutlicht den Ausländeranteil nach Staatsangehörigkeiten. Gezeigt werden die größten Gruppen wie folgt

  • Türken (roter Balken - stark verkürzt)
  • Ausländer aus EU-Staaten (grüne Balken)
  • Ausländer aus europäischen Nicht-EU-Staaten (gelb)
  • Sonstige Ausländer (blau)

Die Inlet-Grafik stellt in gleicher Farbgebung die Ausländeranteile nach Herkunftsland bzw. Region dar, wobei wiederum zwischen Ausländern aus EU-Staaten (mehr als ein Drittel) und europäischen Nicht-EU Staaten (hier einschließlich Russland) unterschieden und der türkische Anteil von fast einem Viertel aller Ausländer gesondert ausgewiesen wird.

Ausländer in Deutschland - nach Anteil an der Bevölkerung in den Bundesländern (absolut und prozentual)

Ausländeranteil in den Bundesländern
(in absoluten Zahlen und in Prozent)

Die Grafik zeigt im linken Diagramm den Ausländeranteil in den einzelnen Bundesländern in absoluten Zahlen (grüne Balken). Hier liegen logischerweise die bevölkerungsreichsten Bundesländer vorne.

Im rechten Diagramm werden die Anteile in Prozent dargestellt (rote Balken), wobei nunmehr die deutschen Stadtstaaten in den Vordergrund treten. Auffallend ist der relativ geringe Ausländeranteil in den neuen Bundesländern, obwohl gerade dort die Fremdenfeindlichkeit besonders ausgeprägt zu sein scheint.

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Kommentar
"
Vorsicht: Argumentationsfallen"

Stichwort "Überfremdung"

"In unserer Gemeinde gibt es ganz viele Russen", sagte letztlich ein Diskussionsteilnehmer. Auf Nachfragen stellte sich heraus: Er meinte Deutschstämmige aus den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion.

"Bei uns stehen die Asylanten bloß in der Gegend 'rum", erwähnte ein Anderer. Die Tatsache, dass diese nur unter bestimmten Bedingungen arbeiten könne, war ihm gänzlich unbekannt.

Wer also ist Ausländer, wer Inländer, und warum wird auch ein deutschstämmiger Migrant als "Fremder" empfunden? Fakt ist: Wer immer zuzieht, ist zunächst einmal ein "Fremder" und wird als "Eindringling" empfunden. Dies gilt für Deutschstämmige wie für Ausländer gleichermaßen.

"Ausländerschwemme" und "Asylantenflut"? Weit gefehlt: Probleme treten insbesondere dann und dort auf, wenn und wo

  • es an beiderseitigem (!) Integrationswillen fehlt
  • sich (von den Betroffenen häufig gewollte) "Ghettoisierungen" bilden
  • in kleineren Gemeinden oder Ortsteilen ein extrem hoher Anteil an ausländischen Mitbürgern vorhanden ist
  • sich ethnisch, ideologisch oder religiös begründete "Parallelgesellschaften" entwickeln.

Stichwort "Einbürgerung"

Das neue Ausländerrecht (2000) erleichtert die Einbürgerung und - so wird argumentiert - damit zugleich die Integration. Fakt ist: Im Schnitt beträgt die Einbürgerungsquote der vergangenen Jahre etwas über 100.000 Personen - mit sinkender Tendenz.

Dies bedeutet: Wenn sich im Schnitt nur 100.000 der derzeit 7,1 Millionen Ausländer pro Jahr einbürgern lassen, bräuchte es etwa 70 (in Worten: siebzig) Jahre - also etwa bis 2080 - bis alle Ausländer eingebürgert wären. Voraussetzung wäre, dass alle eine Einbürgerung anstrebten und es beim derzeitigen Zahlenstand bliebe, will sagen: kein weiterer Zuzug, keine weiteren Kinder - eine natürlich wirklichkeitsferne Annahme.

Wer also zur Lösung der beiderseitigen Integrationsproblematik allein in der Einbürgerung ein Allheilmittel sieht, geht an der Realität vorbei.

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Stand: 09.12.2011